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Birkenhainer | 72 km – 1.200 hm

Eine Biketour von Hanau nach Gemünden

Von Hanau im Nordosten führt die Birkenhainer Straße über eine Länge von 72 Kilometern nach Gemünden am Main, stets über Bergrücken, da man damals schon beschwerliche Berg- und Talfahrten vermeiden wollte und um den weiten Umweg um das große Mainviereck über Miltenberg und Wertheim zu sparen. Dieser legendäre Handelsweg, der viele Generationen von Spessarträubern zu immer neuen Untaten anregte, ist heute ein friedlicher und beliebter Fernwander- und bikerweg. Nur das Rauschen der tiefen Wälder mag so manchen Wanderer & Biker zum Träumen veranlassen und gruselige Räubergeschichten in Erinnerung rufen.

Ein paar Bilder vorab? Klick hier aufs Fotoalbum:
Hier die Streckenabschnitte

Hanau/Neuwirtshaus – Altenmarkskopf – Hof Trages – Heiligenhöhe – Geiselbach – Hufeisen – Dr.-Kihn-Platz – Wiesbütt – Flörsbach – Bayerische Schanz – Ruppertshütten – Zollberg – Langenprozelten – Gemünden am Main

Historisches über die Birkenheiner

Prähistorische Funde und Fliehburgen mit Ringwallanlagen längs der Birkenhainer Straße deuten darauf hin, daß dieser Weg schon in der jüngsten Stein- und Eisenzeit (2400 bis 800 v. Chr.) bekannt gewesen sein muß. Eine wichtige Querverbindung zwischen Rheinfranken und Ostfranken war die Birkenhainer Straße im Mittelalter. Die fränkischen und hohenstaufischen Kaiser ritten auf ihr u. a. zu den Pfalzen Karlsburg und Salzburg. Als Friedrich Barbarossa im Jahr 1184 aus Mainz von einer Feier zu Ehren seiner Söhne über diese Hochstraße, in seine Gelnhausener Burg zurückkehren wollte, geriet er in einen Hinterhalt seiner welfischen Gegner. Die Bauern von der „hohen Mark Wilmundsheim“ befreiten ihn. Barbarossa gewährte daraufhin den Dörflern des Nordspessarts „freies Gericht“ und beschränkte die jährlichen Abgaben auf ein Fuder Heu und einen Hahn. So erhielt das Gebiet „Freigericht“, das heute eine Gemeinde bildet, seinen Namen. Es wird angenommen, daß der Name Birkenhainer Straße von einem Birkenhain herrührt, nordöstlich von Geiselbach in unmittelbarer Nähe dieses alten Straßenzuges gelegen. In einer Urkunde des Abts Ludwig vom Kloster Seligenstadt, datiert vom 20.3.1527, heißt es hierzu: „Er hat die Schäferei und den Wald Birkenhain genannt…“

Anfahrt

Hanau liegt verkehrsgünstig an den Autobahnen A 3, A 43. A 45 und A 66 sowie an den Bundesstraßen B 8, B 40, B 43 und B 45. Eisenbahnknotenpunkt/ Schnellzugstation.

Parkmöglichkeiten

Am Neuwirtshaus
63457 Hanau-Großauheim

Technische Tourdaten
  • Tourenlänge: etwa 72 Kilometer.
  • Höhenunterschiede: Insgesamt etwa 1180 Meter.
  • Wegmarkierung: Schwarzes B auf weißem Grund.
  • Wanderkarte: 1:50000 Fritsch Nr. 98 Naturpark Spessart, Blatt Nord.
Tourbeschreibung

Zu aller erst muss ich wohl sagen, dass man die Strecke auch von Gemünden nach Hanau fahren kann. Wir haben uns für die “historische Route”, von Hanau nach Gemünden entschieden. Es ist Karfreitag morgen, 8:30 Uhr und verdammt kalt. Mein HAC 4 zeigt mir gerade mal 5 ° C an. Brrr. Vom Neuwirtshaus fahren wir auf asphaltiertem Weg, dem schwarzen B auf weißem Grund folgend, zum Wald und weiter auf breiter Forststrasse, parallel zur Autobahn, etwa 2 Kilometer entlang. Uns fröstelt, die Glieder noch steif (hey nicht was du jetzt denkst). Bei der Wegkreuzung schwenken wir nach links, überqueren die Autobahn und drüben, mit einem Rechts-Links-Schwenk, auf in etwa ebenem Forstweg weiter. Noch ist der Untergrund fest von den Minusgraden der vergangene Nacht. Unser Weg führt an der hessisch-bayerischen Landesgrenze entlang und steigt, etwa 2 Kilometer ab Autobahn, zum Altenmarkskopf mit einem schönen Trail an. Dieser Trail ist wirklich schön, schlängelt sich am Waldrand entlang und ich könnte mir vorstellen, daß er auch bergab sehr viel Spass machen würde. Huch, die erste Schweißperle auf meiner Stirn – geschafft das Frösteln ist weg.

Leicht abwärts zum Waldende, ein Stück am Wald entlang, rechts ab und zum Hof Traggis. Wir fahren durch das Anwesen, biegen nach links ab und folgen einem Fahrweg bis zur Straße, in die wir nach rechts einschwenken. Vorbei am Straßenabzweig nach Somborn/Freigericht und noch ein Stück auf der leicht abfallenden Strasse entlang. Dort, wo diese nach rechts schwenkt, verlassen wir sie nach links und fahren durch hügeliges Gelände und über die Heiligenhöhe zur Strasse Albstadt-Neuses. Könnt ihr mir eigentlich noch folgen? Wahrscheinlich nicht – vor lauter Rechts & Links, aber macht nichts, mir wird ja nicht schwindelig beim Lesen.

Wir queren die Strasse und folgen einem Feldweg geradeaus zum Wald. Auf dem Forstweg im Linksbogen bis zur Forststraßenkreuzung, wo wir nach rechts in eine schönen Trail abbiegen. Durch Mischwald, über eine Wegkreuzung mit Unterstellhütte und ohne Richtungswechsel weiter bis zu einem Wegestern. Wir biegen nach links ab und fahren durch den allmählich lichter werdenden Wald, vorbei am Spessartfernblick, einem Rastplatz mit herrlicher Fernsicht, zum Gasthaus Frohnhügel. Wir biken mit dem vertrauten B am Waldrand entlang weiter und letztlich auf dem Pfad (klein, steil und klasse Wurzelpassagen) bis zum Ortsbeginn von Geiselbach. Gerade aus weiter auf der Horbacher Strasse, geht leicht aufwärts durch ein Neubaugebiet, am Sportgelände vorbei und hinab zur Straße, der wir geradewegs etwa 200 Meter folgen.

In Höhe des Wasserbehälters verlassen wir die Straße nach links und fahren auf kleinem schlängelndem Singeltrail hinab zum Wald. Ohne Richtungswechsel auf dem Waldweg weiter, am Waldrand entlang, über eine weitere Forststraße und zur Straße, die wir bei der Abzweigung nach Huckelheim ebenfalls queren. Auf der Forststraße aufwärts bis zur Forststraßenkreuzung. Hier nach halblinks, weiter bergab und auf dem Waldweg über den Franzosenkopf zu denn an einer Wegverzweigung gelegenen Waldparkplatz Hufeisen. Im spitzen Winkel nach rechts und dem Verlauf einer Forststraße folgend über den Hasberg. Man – wie soll sich das einer merken – müsst ihr nicht, die Ausschilderung ist wirklich super!

Ohne wesentliche Steigungen und ohne irgendwelche Abzweigungen zu beachten, fahren wir weiter auf unserem Forstweg entlang. Wir verlassen diesen und setzen unseren Weg in bisheriger Richtung, letztlich leicht ansteigend, bis zum Dr.-Kihn-Platz fort, wo wir auf den Eselsweg treffen. Den kennen wir schon von unserer letztjährigen Tour “Schlüchtern – Großheubach”. Die beiden Fernwanderwege verlaufen von hier bis zur Straßenkreuzung oberhalb von Flörsbach auf gleicher Route. Ergo fahren wir, unserer Markierung und dem E folgend über den Greifenberg und den Hühnerberg bis zum Straßendreieck Bieber-Wiesen-Flörsbach und weiter zum nahen Wiesbüttsee. Hier kann man, denn wir haben schon ca. 35 km und somit die Hälfte der Tour hinter uns gebracht, gut bürgerlich einkehren.

Über den Parkplatz und im Wald aufwärts, und das nicht schlecht. Mein gerade zu mir genommener Lachs mit Reis scheint den direkten Weg über meinen Hals nehmen zu wollen. Woher nehme ich jetzt den Sauerstoff, den meine Lunge unverzüglich anfordert? Langsam aber gewaltig nimmt der Berg sein End. Bei der Weggabel nach rechts und weiter bergan bis zur Forststraße. Weiter fahren wir nach rechts aufwärts, vorbei am Wanderparkplatz Hossewies´chen, und folgen einem bergan führenden Fahrweg zum Wald. Hier verlassen wir diese Forststraße nach links und biken auf dem Waldweg zu einem herrlichen Zick-Zack Kurs in den wir nach rechts einschwenken.

Auf Forstweg biken wir bis zu einer Wegkreuzung auf der Flörsbacher Höhe. Geradewegs weiter, bei der Weggabel nach rechts und in der Folge auf dieser Forststraße bis zum Waldende. Links ab und auf bequemen, breiten Weg, ohne irgendwelche Abzweigungen zu beachten, etwa 2 Kilometer am Waldrand entlang. Dann führt unsere Route wieder in den Wald und durch diesen bis zum Parkplatz Wachthütte. Über die Straße (Lohrhaupten-Pfaffenhausen), wieder in den Wald, bei der Weggabel nach rechts, wenig später aus dem Wald und in der Folge auf in etwa ebenem Weg wiederum etwa 2 Kilometer am Waldrand und an der hessisch-bayerischen Landesgrenze entlang.

Fortsetzung unserer Route, die durch den Wald hinaufführt zum Hermannsbrunnen, über dem ein Steinhäuschen steht, biegen hier links ab und fahren an einem Schießstand und an einem Parkplatz entlang, zur Strasse. Über diese durch einen Parkplatz und zu einer wohlverdienten Rast in die Bayerische Schanz. Von hier aus fahren wir dann zunächst kurz auf der Forststraße entlang, verlassen diese dann nach rechts, biken über den Schanzkopf und halten bei der Wegteilung nach links. Bei der folgenden Weggabel biegen wir rechts ab und biken weiter bis zum Wegweiser: Ruppertshütten. Es geht zunächst ein kurzes Stück am Wald entlang, schließlich mündet unsere Route wieder in eine breite Forststraße, auf der wir, durch einen Hohlweg und über eine Kreuzung hinweg, hinab zum Parkplatz Zollberg fahren. Nach dem Parkplatz rechts ab und auf denn Fahrsträsschen geradewegs hinab, durch die Straßenunterführung (Bundesstraße 26) und zum Ortsbeginn von Langenprozelten. Links ab in die Grabenstrasse, durch die Bahnunterführung und weiter abwärts. Beim Gasthof zum Schlappen überqueren wir die Ortsdurchgangsstrasse und biken geradewegs weiter hinunter zum Main.

Links ab in die Jahnstrasse und wo diese endet, auf dem Wiesenweg weiter nach Gemünden. Unter der Bahn hindurch, durch die Straßenunterführung und über die alte Steinbrücke, die unter der Regentschaft des Fürstbischofs Julius Echter in der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts erbaut wurde. Beim Überschreiten der alten Brücke haben wir zwei Wasserarme gekreuzt. Der größere ist die Fränkische Saale, vereint mit der Sinn, der kleinere ein Nebenarm, genannt der »Mühlgraben«. Beide münden wenig später in den Main. Mit einem Bummel durch die vor uns liegende Altstadt beenden wir unsere Tour.

Schlusswort

Nehmt diesen Bericht nicht ganz so ernst, es soll keine genau Wegbeschreibung sein, denn die Ausschilderung der Birkenhainerstrasse ist wirklich perfekt und wir hatten niemals das Gefühl, dass wir uns verfahren hätten. Alles in allem ist es eine tolle Tagestour, die mit ein wenig Kondition wirklich gut fahrbar ist. Das nächste mal fahren wir sie “verkehrt” rum und dann können wir sagen, welche Route die schönere ist. Der Weg hat eigentlich alles, was man von einer guten Tour erwartet: Waldwege, weite Wiesen, durch Täler, kleine knackige Singeltrails, kurze aber kräftige Anstiege, schöne Downhills, breite Forststrassen am Waldrand entlang mit herrlicher Aussicht.. worauf wartet ihr noch … 72 km Glücksgefühl warten auf euch!

Lade dir die GPS-Daten auf der Downloadseite herunter


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